Im vergangenen Winter 2007/08 sind mehr Bienenvölker gestorben als sonst üblich. In unserer Region
waren es 30-40 %. Ursachen Varroamilbe, Pilzbefall, Bakterien Darmerkrankungen, dazu kommt der Kontakt
mit vergiftetem Maissaatgut . Das war ein großer Einschnitt in unsere Nahrungskette und bringt Biene
und Mensch in Gefahr.
Mit den Bienensterben werden auch die Imker immer weniger. Es gibt schon Gebiete, in denen die
Bestäubung nicht mehr gewährleistet ist - dort müssen Bienen von den Imkern kostenpflichtig
angefordert werden zur Befruchtung von Bäumen und Sträuchern.
Für die Landwirte und Imker bleibt der Wunsch, dass der Winter 2008/09 nicht mehr so hart zuschlägt.
Euer Hans Auerochs
Imker-Nachwuchs
Wer ist zum Imker geeignet?
o Im Grunde genommen: alle, ob Frauen oder Männer. o Es sind nur sehr wenige gegen Stiche überempfindlich, denen man raten könnte, fern zu bleiben, obwohl
auch hier die Gewöhnung eine große Rolle spielt. o Voraussetzung sind eine innere und äußere Ruhe, Ausgeglichenheit und eine Portion Verbundenheit mit
der Natur. o Aus dem Erkennen natürlicher Zusammenhänge entwickelt sich häufig jener "sechste Sinn", welcher eben
den guten Imker ausmacht. o Ein Imker darf kein Nervenbündel sein, die Unruhe überträgt sich auf seine Bienen. Er muss den Mut
besitzen, bei einem Stich nicht alles fallen zu lassen und davonzurennen. o Mancher Mensch hat wenige Eignung zur Imkerei, denn diese erfordert viel und häufig auch schwere Arbeit. o In die Imkerei hat die Technik noch wenig Einzug gehalten. Nahezu alles ist Handarbeit und wird es auch
bleiben. Die einzigen Maschinen gibt es bei der Honiggewinnung und -Verarbeitung bis hin zum Verkauf. o Andererseits kann jeder die Imkerei ausüben, der glaubt, die notwenigen Voraussetzungen zu besitzen.
Ob Mann, Frau, jung oder alt, ist nicht von großer Bedeutung. Es gibt viele Frauen als gute Imkerinnen
und auch Männer als weniger gute Imker. Auch mehr oder weniger Körperkraft hat nur Einfluss auf die
Anzahl der Völker und die Art der Betriebsweise. o Interessenten, die zuerst fragen: "Was schaut heraus?", sollten sich ein anderes Hobby suchen. Bei
allem Bestreben um Wirtschaftlichkeit bleibt die Imkerei für meisten Imker eben nur Hobby, als
Freizeitgestaltung - mit dem "Nebeneffekt" des Dienstes an der Natur! Wie werde ich Imker?o Ohne eine grundlegende Ausbildung geht es nicht. Die Imkerei kann nicht wie eine beliebi- ge Tätigkeit,
die einen Erfolg bringen soll, begonnen werden. Ein Imker muss viel lernen und lernt nie aus. o Heute ist der Weg zur Ausbildung einfach. Er führt über einen Anfängerkurs an Lehrbienen ständen von
Fachberatern und Fachwarten bis hin zur LWG, (Landesanstalt für Wein- und Gartenbau), Fachabteilung
Bienen, in Veitshöchheim. So erwirbt man die Grundkenntnisse. o Dem Anfängerkurs sollten ein Kurs für Fortgeschrittene und verschiedene Spezialkurse folgen. o Der Imker braucht eine Organisation, die seine Interessen vertritt. Es ist daher unerlässlich, einem
öffentlichen Bienenzuchtverein beizutreten. Die Mitgliedsbeiträge sind gering, und der Versicherungsschutz
ist mit eingeschlossen. In den Monatsversammlungen erfolgt laufend die Aufklärung der Imker durch
Fachwarte, Vorstände und ältere, erfahrene Imker. o Was in den Kursen gelernt wird, das sollte durch die Lektüre guter Fachbücher vertieft wer-den. Ohne
Theorie geht es nicht. Selbstverständlich sind die Bienenzeitungen ein unentbehrlicher Ratgeber. Mit
diesem Grundwissen kann man den Start in die Imkerei wagen. Wie sollte man beginnen?o Drei bis vier Völker sollten es fürs erste sein. o Man braucht neben einigen Kleingeräten in erster Linie die Bienen und selbstverständlich auch
die Kästen, um die Bienen unterzubringen. Dringen ist vom Kauf alter Beuten (Kästen), denn zumeist
gestatten billig erworbenen Beuten keine rationelle Betriebsweise, und häufig bergen sie auch die
Gefahr in sich, Seuchen schon bei Beginn einzuschleppen. So sollte der Start nur mit neuen Beuten
beginnen. o Anfänger und Imker brauchen moderne Be triebsmittel, in erster Linie die Beuten. Wer handwerkliches
Geschick besitzt, spart viel Geld, wenn er die Beuten selbst anfertigt. Das ist aber eine sehr genaue
Arbeit. Wie kommt man zu den ersten Bienen?o Der beste Weg, Bienen zu erwerben, ist der von Kunstschwärmen mit jungen Königinnen von bekannten
Imkern. o Auch auf dem jährlichen Bienenmarkt der BIV (Bayerische Imkervereinigung e.V. Fürth) bietet man
Jungimkern die Möglichkeit. Der Kauf sollte am besten in den Monaten Mai, Juni und Juli erfolgen,
weil dann die günstigste Entwicklung gewährleistet ist. o Jedenfalls soll sich der Anfänger beim Erwerb von neuen Völkern und Beuten vom Ortsverein, oder
von einem seiner Mitglieder, beraten lassen.