Bezirksverband Lindau -Westallgäu

 

http://www.bvi-lindau-westallgäu.de

 

Protokoll vom Treffen der Imker Präsidenten in Natters / Tirol

Auf Einladung des1.Präsidenten des Landesverbandes für Bienenzucht Tirol, und Vizepräsidenten des öster reichischen Imkerbundes, Josef Bramböck, fand das 10. Grenzlandtreffen in Natters bei Innsbruck /Tirol statt.

An dieser grenzüberschreitenden Arbeitsgemeinschaft haben Vertreter von Vorarlberg, der Ostschweiz, den Kanton Turgau, St.Gallen-Appenzell, Vorarlberg Lichtenstein und dem Bezirksverband Lindau-Westallgäu, teilgenommen.

Josef Bramböck,begrüßte die Teilnehmer sehr herzlich. Bürgermeister Falschlunger erschien zum offiziellen Empfang und stellte die Gemeinde Natters als aufstrebende Gemeinde am Rande der Stadt Innsbruck vor.

Neueinsteiger,
ein grenzüberschreitendes Problem zu dem eine Vielzahl Wortmeldungen für eine lebhafte Diskussion beitrugen.
Gegenseitige Offenheit bei den Imkern, gemeinsame Medienpräsenz und bestmögliches Bienenmaterial muß dem Neuimker bereitgestellt werden. Investitionen sollten erst empfohlen werden, wenn sicher ist, dass der Neuimker auch bei " der Stange " bleibt. Positiv aufgenommen wurde der Beitrag, Frührentner/Pensionäre und nicht in Arbeit stehende, auch Frauen, anzusprechen. Der erfahrene Imker sollte seinen Kollegen nicht als Konkurrent sehen. Übereinstimmend war die Meinung, dass es derzeit sehr schwierig ist, wirkliche " Jungimker" erfolgreich anzuwerben. Jugendreferenten sollten den Kontakt zu den Imkern und Vereinen herstellen die dann in die Schulen gehen und gemeinsam mit dem Lehrpersonal die Arbeit an den Bienen vorstellen.
Es wird zwischen Jugend- und Neuimker unterschieden: Die Jugend wird über die Schulen informiert. Der Neuimker ist zwischen 35 und 50 Jahre alt und zunehmend beginnen immer mehr Frauen. Es wurde das "Jahr der Frau in der Imkerei" proklamiert. Als Vision, jeder Imker wirbt alle 5 Jahre einen Neuimker dann sind wir alle Sorgen los.

Zucht ist Erfolg in der Imkerei.
Bramböck erläutert, dass auf die Belegstellen in Tirol kaum gekörte Vatervölker aufgeführt werden. Aus diesem Grunde kann man nicht von richtiger Reinzucht sprechen, sondern von Auswahlzucht. Wir betreiben 4 Carnica Belegstellen und eine Belegstelle für die "Dunkle Tiroler Biene" in einem 9 km bienenfreien Raum. Die Königinnen von den Belegstellen kosten 32.- €, davon übernimmt 5.- € der Landesverband. Die Vatervölker werden mit 145.- €/Volk gefördert. Pro 50 Königinnen wird 1 Vatervolk aufgestellt. Im zukünftigen Tiroler Bienenwirtschaftsgesetz sollen nur 2 Bienenrassen zugelassen werden.
Gezielte Zuchtauslese ist unabdingbar. Ertragreich und sanftmütig muss die heutige Biene sein. In unserer so sensiblen Welt muss die Bienenhaltung auch am Rande einer Wohnsiedlung ohne Probleme möglich sein.

Verhalten der Bienen durch die Klimaänderung:
Sind durch die Klimaänderung bei den Bienen bereits Änderungen in ihrem Verhalten feststellbar oder kann man noch Nichts dazu sagen?
Es gibt jetzt starke Regenfälle und Hagel; die Unwetterhäufigkeit ist gestiegen. Wirkt sich das bereits auf die Bienen aus?
Anscheinend gibt es eine neue Laus, die anders und früher honigt und auch gegenüber Regen widerstandsfähiger ist. Dieser Honig hat auch eine braunere Farbe.
Durch die Klimaveränderung ist die Tracht vorverlegt. Die warmen Winter sind für die Völker nachteilig.
Es erhebt sich die Frage: Wie schnell können sich die Bienen an die geänderten Bedingungen anpassen?
Der letzte Winter war sehr kalt, dann wurde es schnell warm. Die Bienen hatten aber noch zu wenige Sammelbienen. (40-Tage-Regel). Die Landwirte mähen immer früher das Gras.

Zusammenfassung:
" Derzeit können keine Aussagen gemacht werden, da noch keine augenscheinlichen Veränderungen feststellbar sind.
" Die Bienen werden sich aber sicher an die Klimaveränderungen anpassen.

Verschiedenes
Die Sauerbrutfälle in der Schweiz nehmen gewaltig zu. Sehr viele Stände mußten gesperrt und viele Völker vernichtet werden. Seltsamerweise ist diese Krankheit auf der anderen Seite des Rheins und des Bodensees nicht bekannt. Hier ist es die amerik. Faulbrut mit der man zu kämpfen hat. Aber nicht in diesem Ausmaß.

Am Schluss der Veranstaltung waren sich alle Teilnehmer einig, diese Grenzüberschreitende Zusammenarbeit beizubehalten.

Nächstes Treffen findet im Oktober 2010 im Kanton Turgau statt.

Nach dem offiziellen Teil traf man sich am schön gelegenen Nattersee wo inzwischen unsere Frauen eingetroffen waren, die am Nachmittag von der Frau Bramböck betreut wurden und dabei manches geschichtliches erfahren haben.

Abschließend einen herzlichen Dank an den Präsidenten Josef Bramböck, für das professionell organisiert Treffen.

Text: Adalbert Haser, Bez.Vorsitzender


Die Teilnehmer auf dem Foto sind : von links nach rechts.
Alois Falschlunger - Bürgermeister von Natters, Adalbert Haser (Westallgäu-Lindau) Albrecht Haider (Tirol) Dr.Egon Gmeiner (Vorarlberg ) Josef Bramböck (Tirol) Josef Konzett (Vorarrlberg) Werner Hanselmann (Thurgau) Hans Züst(St.Gallen/Appenzell) Manfred Biedermann (Lichtenstein) Hans Sonderegger (St.Gallen)

 

Bericht über das Belegstellenfest in Ehrenschwang "50 Jahre Gebirgsbelegstelle Hochgrat" am 25. Juli 2009.

Steibis (st).
Seit nunmehr 50 Jahren besteht im Gebiet der Nagelfluhkette eine Einrichtung, die der Reinzucht einer Bienenrasse dient, deren wichtigste Eigenschaft die Sanftmut ist und die im Ertrag gute Ergebnisse verspricht. Träger der so genannten Belegstelle ist heute der Bezirksverband Imker Lindau Westallgäu, der aus diesem Anlass zu einer Jubiläumsveranstaltung nach Ehrenschwang eingeladen hat. Um die Teilnehmer dieser Veranstaltung dorthin zu bringen, wurde vom Parkplatz 3 der Hochgratbahn bis zum Zielort ein Pendelverkehr per Kleinbus eingerichtet.


Die Alphornbläser aus Gestratz bei der Ambrosiusmesse "50 Jahre Belegstelle Hochgrat".

Zum Festauftakt zelebrierte Pfarrer Badura aus Röthenbach eine Ambrosiusmesse (Schutzpatron der Imker), die musikalisch von den Alphornbläsern aus Gestratz begleitet wurde. Wegen der regnerischen Wetterlage, musste dieser Gottesdienst unter das Vordach einer Schutzhütte verlegt werden. In seiner Ansprache stellte Pfarrer Badura den Schöpfungsbericht in den Mittelpunkt. Dieses Werk, das sehr gut war und den Lobpreis Gottes verdient, wurde schließlich in die Hand des Menschen gelegt. Der Mensch sei somit aufgefordert, die in dieser Schöpfung vorgegebene Ordnung einzuhalten.


Pfarrer Badura aus Röthenbach zelebrierte die Ambrosiusmesse in Ehrenschwang zum Jubiläum "50 Jahre Belegstelle Hochgrat".

Die anschließend vorgesehene Wanderung zur Alpe "Unteregg" war wegen der noch immer regnerischen Wetterlage buchstäblich ins Wasser gefallen. Der bereitstehende Kleinbus übernahm deshalb die Weiterbeförderung. Vor der Alpe "Unteregg" begrüßte der Vorsitzende des Bezirksverbandes Adalbert Haser die anwesenden Gäste, den Vertreter der Bayer. Imkervereinigung (BIV) sowie die Kollegen aus Vorarlberg und dem Oberallgäu. Als Vertreter des "Fürstlichen Alpreviers" lobte der frühere Revierleiter Karl Pfleghardt das immer gute Verhältnis zu den Imkern. Scherzhaft stellte er fest, dass in all den Jahren kein einziger Hirsch abhanden gekommen sei. Zum Andenken an diesen Tag übergab er dem Bezirksvorsitzenden eine Radierung von der Alpe "Unteregg", angefertigt von Rudolf Witzigmann aus Thalkirchdorf.

Alfred Deubele aus Gestratz stellte zu diesem Jubiläum eine Chronik zusammen und gab das Wichtigste daraus bekannt. Danach unterhielten die Imker in früherer Zeit mehrere Rassen, die aggressive Kreuzungen hervorbrachten. Die Imker mussten sichere Schutzkleidung tragen, da die Behandlung solcher Völker ausgesprochen schwierig war. Vorreiter zur Züchtung einer sanftmütigen Bienenrasse war der Bienenzuchtverein Weiler mit Vorstand Josef Vogler, der im Bereich von Simatsgund eine solche Belegstelle aufgebaut hat.


Ein altes Bild: Fridolin Lau (links) und Josef Vogler auf dem Bienenmarkt 1977 in Ellhofen. Josef Vogler ist der Gründer der Belegstelle "Hochgrat". Fridolin Lau (Opfenbach) stellte viele Jahre die Vatervölker für die Belegstelle.

Diese wurde im Jahre 1958 wegen der Kosten und im Interesse aller Imker vom Kreisverband Lindau übernommen und zur besseren Sicherheit vor unerwünschten Drohnen im Jahre 1968 nach Ehrenschwang verlegt. Bei der Verlegung, so geht aus einem Bericht hervor, stellte ein englischer Offizier 10 Mann und einen Lastwagen zur Verfügung. Die Engländer waren in der Alpe "Aibele" stationiert.


Alfred Deubele aus Gestratz beim Vortrag der Cronik.

Inzwischen wurde im Jahre 1998 ein neuer Bienenstand für die Vatervölker errichtet. Da die ursprüngliche Hütte in die Jahre gekommen ist, wurde im letzten Jahr ein nicht mehr benötigter Futterstand zu einer Schutzhütte umgebaut. Dadurch konnten auch die vorhandenen Gerätschaften sicher untergebracht werden.


Die Alphornbläser aus Gestratz vor der Alpe "Unteregg" beim Jubiläum "50 Jahre Belegstelle Hochgrat".

Bilder und Text
Lorenz Stiegeler
Amtshausstr. 32
88171 Ellhofen/Allgäu

 

Bericht von der Jahreshauptversammlung des BIV Bezirksverbandes Imker Lindau-Westallgäu e.V. vom 03.04.2009 im Pfarrheim in Heimenkirch.

Heimenkirch (st): Beim BIV Bezirksverband Imker Lindau-Westallgäu e.V. konnte der Vorsitzende Adalbert Haser nur von einem mäßigen Honigertrag im Jahre 2008 berichten. Mehrere Gründe waren dafür verantwortlich, so der Verbandsvorsitzende. Da sich die Völker im Frühjahr wegen einer anhaltend regnerischen Kälte nur mangelhaft entwickeln konnten, war die Zeit, als der Löwenzahn blühte, windig und deshalb zu trocken. Eine nennenswerte Waldtracht im Sommer sei ebenfalls nicht eingetreten. Untersuchter Honig habe zu 91 % aus Weißklee bestanden, der nicht immer den Vorstellungen der Imker entsprach, nachdem dieser sehr flüssig ist, wenn auch der Geschmack als gut bezeichnet werden kann.

Was die Gesundheit der Bienen anbelangt, nahm der Verbandsvorsitzende zu dem tausendfachen Sterben der Bienenvölker in Baden-Württemberg Stellung, wie das im letzten Jahr gemeldet wurde. Untersuchungen ergaben, dass diese Bienenverluste durch Feinstaub eines Beizmittels bei der Maisaussaat ausgelöst wurden, der sich auf den blühenden Raps in unmittelbarer Nähe niedergelassen hatte. Aus dem Bericht des Verbandsvorsitzenden war zu erfahren, dass der BIV Bezirksverband derzeit aus 192 Imkern besteht, die insgesamt 2289 Völker unterhalten.

Auf der Belegstelle im Ehrenschwanger Tal, die zur Reinzucht der Bienenrasse "Karnika" dient, wurden im letzten Jahr 330 Königinnen zur Begattung angeliefert. Damit habe sich die Zahl gegenüber den früheren Jahren halbiert. Die Imker wurden deshalb aufgefordert, diese Einrichtung wieder verstärkt in Anspruch zu nehmen, damit die ursprünglichen Zahlen künftig wieder erreicht werden. Haser bezeichnete die Nutzung der Belegstelle als die beste Voraussetzung, um mit einer sanftmütigen und ertragreichen Biene zum Erfolg zu kommen. Die erforderliche Erneuerung der Schutzhütte konnte inzwischen dadurch gelöst werden, dass ein nicht mehr benötigter Futterstand in eigener Regie umgebaut wurde. Was noch fehlt, ist ein geeigneter Handwagen, um das jährliche Ausbringen und Einholen der Schutzkästen reibungsloser zu gestalten. In diesem Jahr werden es fünfzig Jahre, dass diese Belegstelle eingerichtet wurde. In einem Festakt am 25.07.2009 soll dieses an Ort und Stelle gewürdigt werden. Der Stellvertreter des Vorsitzenden Alfred Deubele ist bereits mit den Vorbereitungen zu dieser Festlichkeit beschäftigt.

Auf der Tagesordnung standen neben den üblichen Positionen auch Neuwahlen und Ehrungen. Bei den Wahlen konnte Wahlleiter Gabriel Ihler am Ende folgendes Ergebnis bekannt geben:

Vorsitzender Adalbert Haser (Opfenbach), Stellvertreter des Vorsitzenden Alfred Deubele (Gestratz), Schriftführer Lorenz Stiegeler (Ellhofen), Kassier Gebhard Wagner (Lindau), Belegstellenleiter Adalbert Haser, Belegstellenobmann Alois Rührich (Opfenbach), Als Beisitzer wurden Martin Grübel (Lindau), Josef Hitzhaus (Oberreute) und Alfred Brey (Ellhofen) gewählt.

Ehrungen

Eine Urkunde mit Abzeichen in Silber erhielten:
Verein Opfenbach: Jürgen Fuhge, Markus Fuhge, Fini Rädler, Fini Sohler und Bernhard Stöckeler. Verein Weiler: Bruno Bernhard, Karl Hauber, Harald Schultz und Luis Sinz.

Eine Urkunde mit Abzeichen in Gold erhielten:
Verein Weiler: Paul Pfau und Ludwig Kramer (30 Jahre Mitgliedschaft)

Eine weitere Urkunde erhielt Alfred Deubele (Gestratz) für 40 Jahre Mitgliedschaft.

Bild: Lorenz Stiegeler
Geehrte langjährige Mitglieder beim BIV Bezirksverband der Imker

(von links): Ludwig Kramer, Paul Pfau (30 Jahre), Adalbert Haser (Vorsitzender), Manfred Biedermann (Liechtenstein) und Alfred Deubele (40 Jahre).


Referent des Tages war Manfred Biedermann, Präsident der Imker aus Liechtenstein. Dieser hielt einen interessanten Vortrag über seine Erfahrungen bei der Seuchenbekämpfung. In diesem Zusammenhang stellte er fest: "Wenn Bienen schreien könnten, würden manche Imker einiges zu hören bekommen". Für seine grenzüberschreitende Öffentlichkeitsarbeit in der Bienenzucht erhielt Biedermann ebenfalls eine Urkunde mit Ehrennadel.

gez.
Lorenz Stiegeler
Amtshausstr. 32
88171 Ellhofen
18.04.2009

 

zurück zurück